Das Phantom-Duo: 15 Jahre Flucht vor den Augen der Polizei
Shownotes
Der Showdown am Karlstor – und was kaum jemand weiß
Dezember 2010, kurz nach 16 Uhr: Die beiden Täter treten aus der Volksbank-Filiale am Karlsruher Karlstor. Sekunden später eröffnen sie das Feuer auf die eintreffenden Polizisten. Eine 28-jährige Beamtin wird verletzt.
Doch das ist nur ein Teil dessen, was sich in diesen dramatischen Minuten abspielt.
👉 Am gleichen Ort ereignen sich gleichzeitig zwei weitere Straftaten, die in der chaotischen Lage fast untergingen. Was genau dort geschah und warum die Ermittler erst später erkannten, wie außergewöhnlich diese Kollision von Verbrechen war – das erzählen wir ausführlich in dieser Folge.
15 Jahre Spuren, Rückschläge und ein Täterbild voller Widersprüche
Warum konnte ein Duo, das mal höflich, mal brutal entschlossen auftrat, so lange unentdeckt bleiben? Warum verliefen Zeugenhinweise ins Leere, obwohl die Phantombilder mit den Jahren immer präziser wurden? Und wie schafften es die Täter, parallel ein völlig unauffälliges Doppelleben in Tschechien zu führen – inklusive Familie, Renovierungsarbeiten am eigenen Haus und dem Ruf „mit denen gab es nie Probleme“?
15 Jahre Jagd: Die Fahndung nach den Gentlemen-Räubern
Sie überfielen über 20 Banken in Nordbaden und der Südpfalz, stets höflich, stets kontrolliert – und dennoch kompromisslos gefährlich. Die Polizei jagte sie 15 Jahre lang, ohne auch nur einen echten Durchbruch zu erzielen. Währenddessen verfeinerten die Täter ihre Methoden, spähten Filialen tagelang aus und nutzten gezielt Banken, deren Sicherheitstechnik veraltet war oder ganz fehlte.
In dieser Folge rekonstruieren wir die längste und frustrierendste Fahndung der Region – und sprechen darüber, warum die Ermittler so oft ins Leere liefen.
🔥 Ein Kriminalbeamter erhebt bis heute Vorwürfe: Viele Banken ignorierten seine Warnungen. Weder rüsteten sie ihre Überwachungstechnik ausreichend nach, noch wurden Mitarbeiter systematisch geschult – obwohl manche Täter unmaskiert agierten und damit wertvolle Erkennungschancen bestanden.
Diese Fahndung ist auch eine Geschichte vertaner Möglichkeiten.
Und natürlich ist auch in dieser Folge wieder ein Rätselhinweis versteckt.
Alle Infos rund um das Spiel gibt es auf der Seite: https://gentlemen.adventurebox-karlsruhe.de/
Für die Rätselfreunde: Hier findet ihr das Insta-Profil: https://www.instagram.com/clgrayheron/
Idee, Projektleitung, Recherche, Sprechercasting, Sprechtraining, Interviews, Umsetzung: Rebecca Ditt Redaktion, Recherche, Interviews, Umsetzung: Sibylle Kranich Schnitt: Robin Landwehr Sprecher: Andreas Jüttner, Stefan Meister, Anne Herder, Marie Orphal
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo, liebe Podcast-Fans.
00:00:02: Wir haben uns dazu entschlossen, euch um eure Mithilfe zu bitten.
00:00:05: Unsere Kollegin aus Rheinshabern ist leider verschwunden.
00:00:08: Sie hatte neue Inhalte zu diesem Fall recherchiert und einen großen Durchbruch angekündigt.
00:00:13: Aber leider verschwand sie, bevor sie uns mehr mitteilen konnte.
00:00:16: Geht auf die Instagram-Seite in unseren Shownotes und teilt unseren Aufruf.
00:00:21: Dieser Podcast wird präsentiert von der Adventure Box und der Karlsruhe Tourismus GmbH.
00:00:28: Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die kein Drehbuchautor besser hätte erfinden können.
00:00:35: Freitag, zehnte Dezember, Jahrzehnte.
00:00:39: Spätnachmittag in Karlsruhe.
00:00:41: Es ist kalt, grau.
00:00:44: In den Büros gehen die Lichter aus.
00:00:47: Und am Karls-Tor, mitten im dichten Feierabendverkehr, passieren gleichzeitig drei Verbrechen.
00:00:55: In der Volksbank betreten zwei Menschen die Filiale.
00:00:59: Scheinbar Kunden, tatsächlich aber die sogenannten Gentlemen-Räuber.
00:01:05: Zur selben Zeit stehen verdeckte Ermittler der Kriminalpolizei vor der Bank, beobachten einen geplanten Drogendeal in der Gaststätte gegenüber, ohne zu ahnen, dass sich wenige Meter hinter ihnen gerade eine Geiselnahme anbahnt.
00:01:20: Und als wäre das nicht genug, befinden sich in der Bank drei Männer, die selbstbetrüger sind.
00:01:27: Rumänen, die kurz zuvor versucht haben, mit falschen Papieren bei einer anderen Bank ein Konto zu eröffnen.
00:01:34: Drei Kriminalgeschichten in einer einzigen Minute an einem einzigen Ort.
00:01:40: Was dann geschieht?
00:01:41: Er hat Karlsruhe nie vergessen.
00:01:49: Martin Gerstner ist damals Polizeitrainer im Präsidium Karlsruhe.
00:01:54: Er hat die Ereignisse am Karls-Tor live über Funk mitverfolgt und später die Einsätze für die Ausbildung aufgearbeitet.
00:02:02: Kurz vorher habe drei rumänische Kundereffnungsbetrüger die badische Bandenbank aufgesucht und versucht, dort in betrügerischer Art und Weise ein Kundo zu eröffnen.
00:02:12: Da sind sie aufgeflogen, sind flüchtig gegangen.
00:02:15: Die Fandung nach den drei Personen ist gelaufen.
00:02:18: Der Mann und die drei Rumänen gehen zu einem Schalter am Eingang der Bank.
00:02:22: Die Täterin folgt einer Angestellten zu einem anderen Schalter weiter hinten.
00:02:27: Der Täter am vorderen Schalter öffnet die Jacke und zeigt seine Waffe.
00:02:32: Die Rumänen sehen auch Sprengstoff.
00:02:34: Eine Bank Angestellte berichtet später der Polizei.
00:02:37: Ich war gerade damit beschäftigt, Hartgeld zu sortieren.
00:02:40: Und meine Kollegin lief zum Briefkasten am Eingang.
00:02:44: Das ist ein Überfall.
00:02:45: Wer hat die Schlüssel zum Dressor?
00:02:46: Plötzlich kam meine Kollegin mit einer Frau an den Dresen und die machte einen coolen, lässigen Eindruck auf mich.
00:02:53: Das ist ein Überfall.
00:02:55: Im ersten Moment habe ich das nicht ernst genommen.
00:02:57: Ich dachte, die Kollegin macht nur den Spaß.
00:02:59: Aber sie wirkte wie versteinert und war rot im Gesicht.
00:03:03: Da war mir klar, das ist
00:03:04: kein Spaß.
00:03:06: Ich rutschte mit meinem Stuhl etwas nach links und drückte den Knopf für die Kamera und den Alarm.
00:03:11: Dabei habe ich mich blöd gestellt und immer wieder gefragt, ist das sein Ernst?
00:03:16: In dem Moment fragte mich die Räuberin, was ich mit meiner Hand mache.
00:03:20: Ich bin sofort mit meinem Stuhl zurückgerutscht und habe gemeint, ich muss jetzt zu meiner Chefin.
00:03:24: Die Frau hat mich auch nicht aufgehalten.
00:03:26: Ich ging also direkt nach hinten zum Büro meiner Chefin und sagte, ich glaub, das ist ein Überfall.
00:03:33: Die Chefin war schockiert und stand auf und in dem Moment sind meine Kolleginnen und der Mann und die Räuberin zu uns ins Büro gekommen.
00:03:40: Der Mann dreht sich um, ruft den übrigen Menschen in der Bank zu.
00:03:43: Alle hier rein, schnell, schnell.
00:03:47: Schnell jetzt, schneller.
00:03:49: Als alle im Büro sind, fragt er, wer den Tresorschlüssel hat.
00:03:55: Die Angestellte bekommt Panik, denn sie hat den Schlüssel.
00:04:00: Zusammen mit einem Kollegen geht sie mit dem Räuber nach unten zum Tresor.
00:04:05: Es ist ein alter Luftschutzbunker.
00:04:08: Der Täter fragt die Bank Angestellten.
00:04:10: Hat jemand ein Auto?
00:04:11: Die beiden haben keins.
00:04:13: Verneinen laufen weiter.
00:04:15: Der Täter stumm hinterher.
00:04:18: Im Tresor fängt der Täter an, Geldbündel in seine Jackentaschen zu stopfen.
00:04:23: Die Taschen sind groß, es passt viel rein.
00:04:27: Die Bankangestellte bekommt das Vorgehen hautnah mit.
00:04:30: Er hat im mittleren Regalbereich angefangen und am Ende sogar das Sicherheitsbündel weggenommen.
00:04:37: Wenn das weggenommen wird, wird nach ungefähr sieben Sekunden ein stiller Alarm ausgelöst.
00:04:41: Ich glaube, der geht sogar direkt bei der Polizei ein.
00:04:44: Sie verlassen den Tresor.
00:04:47: Wo soll ich euch einsperren?
00:04:48: Das ist ein Bunker, hier kriegen wir nicht genug Luft.
00:04:51: Als der Angestellte den Vorraum vorschlägt, lässt sich der Räuber darauf ein.
00:04:56: Er lässt die beiden unten zurück und lässt die Geiseln aus dem Büro nachkommen.
00:05:00: Der Angestellte drückt den Alarm.
00:05:03: Wir haben unten gewartet und wussten nicht, was wir machen sollen.
00:05:06: Meine Kollegen und ich sind dann hochgegangen nach einer Weile und da war auch schon die Polizei.
00:05:11: Die gentlemenn Räuber haben längst die Kontrolle über die Situation.
00:05:15: Die Rumänen, die auf der Flucht vor der Polizei sind, werden mit den übrigen Geiseln gefesselt.
00:05:21: Polizeiausbilder Martin Gerstner hat die Akten ausgewertet und weiß, was mit ihnen passiert ist.
00:05:27: Die wurde dann später aus der Bank dann evakuiert, aber die haben dann auch gleich gesagt, mit diesem Übersatz habe ich sie nichts zu tun.
00:05:37: Also die waren sowohl Zeuge.
00:05:39: der Geiselnahme oder des Hauptüberfalls als auch Beschuldigte dann in einem Strafverfahren wegen versuchten Betrubes.
00:05:49: Während in der Bank die Täter die Geiseln in den Tresorraum loten, stehen vor der Bank verdeckte Ermittler und bekommen von all dem nichts mit.
00:05:59: Ihr Blick.
00:06:00: ist auf die Kneipe gegenübergerichtet.
00:06:03: Zur gleichen Zeit war ein Einsatz der Kriminalpolizei mit einer vertickten Amitlerin, die ein Rauschgiftgeschäft an Probekauf machen sollte.
00:06:14: Das war tatsächlich zur gleichen Zeit.
00:06:17: Und die beiden Kollegen von der Tribu, die waren direkt in der Nähe der Bank gestanden, aber dann ihrer vertickte Amitlerin beobachtet, wie die in eine Kneipe ging, da in Tatortnähe.
00:06:30: Und was wirklich eines der unglaublichen Dinge ist, die verdeckte Ermittlerin hat nahezu gleich ausgesehen, wie die Täterin.
00:06:39: Schwarzer Stiefensoße, schwarze Jagge, blunder Haare.
00:06:45: Und dann beginnt die Schießerache unweit der Bank.
00:06:48: Der Polizist zielt auf die beiden Täter.
00:06:51: Der verdeckte Ermittler beobachtet die Szene unglaublich.
00:06:55: Und nur die Täterin hat eine blunde Perücke.
00:06:59: Und als dann die Schießerei war, hat der eine Kollege gedacht, die verdeckte Ermittlerin liegt auf dem Boden mit einer Riesenblutlacher um den Kopf.
00:07:08: Weil die Täterin, die hat sich an Boden liegen, dann suizidiert, hat sich in den Kopf geschossen.
00:07:15: Er hat erst gedacht, es ist die eigene Kollegin.
00:07:18: Und weil aber die Schießerei im Prinzip zeitgleich beendet war und der Kollegin mit der gezogenen Waffe in die Szene rein ... hat der Kollege, der diesen Schutzwaffe bebraucht, gedacht, jetzt kommt noch ein Täter und zielt auf den Kollege.
00:07:34: Sekundenentscheiden über Leben und Tod.
00:07:37: Entscheidend darüber, ob der Streifenpolizist das Feuer auf seinen Kollegen eröffnet oder nicht.
00:07:42: Der Kollege in Zivil halt, der hat dann mit der Brülltpolizei und hat noch gedacht, okay, das ist eine Polizeiwaffe, eine Brülltpolizei, ich glaub sie mal.
00:07:59: Doch wie konnte das alles passieren?
00:08:01: Einundzwanzig Raubüberfälle in fünfzehn Jahren in Baden und der Pfalz.
00:08:06: Und die Polizei kann die Räuber nicht fangen.
00:08:10: Lange ist auch nicht klar, dass es sich um die gleichen Kriminellen handelt.
00:08:14: Es ist ein beispielloses Katz- und Mausspiel, das die Ermittler bei ihrer Ehre packt.
00:08:19: Niemand rechnet damit, dass die Täter aus Tschechien kommen.
00:08:23: Auch nicht die Journalisten.
00:08:27: Kurz nach dem Schusswechsel geht in der Redaktion der badischen neusten Nachricht in Karlsruhe ein Anruf ein.
00:08:34: Ja,
00:08:36: alles klar.
00:08:38: Achtung mal alle,
00:08:39: am Karlsruher gab es eine Schießerei.
00:08:41: Das könnten die Gentlemenräuber
00:08:43: gewesen sein.
00:08:44: Alles klar, ich fahre gleich los.
00:08:48: Sind das wirklich die Gentlemenräuber?
00:08:51: Und ist der Schusswechsel das Ende einer Serie von beispiellosen Banküberfällen, die die Region fast zwei Jahrzehnte lang in Atem hielt?
00:09:00: Mindestens einmal im Jahr schlugen die Täter zu.
00:09:03: Keine Bank von der Pfalz bis nach Nordbaden konnte sich sicher fühlen.
00:09:07: Und die Polizei verfehlte die Täter oft nur um Sekunden.
00:09:12: Rainer Händle ist am zehnten Dezember, im Ressort Südwestecho der badischen Neusten Nachrichten.
00:09:20: Seine Aufgabe?
00:09:21: Die Berichterstattung zu koordinieren.
00:09:24: Viele Überfälle zuvor hatten Kolleginnen und Kollegen aus der Stadtredaktion Karlsruhe nur als kleine Meldungen veröffentlicht.
00:09:31: Wenige Zeilen über Bankangestellte, die bedroht und ausgeraubt wurden.
00:09:36: Doch mit dem Karls-Tor-Überfall wird aus den Kurzmeldungen ein Großereignis.
00:09:42: Händle organisiert die Berichterstattung und schreibt später auch Selbstartikel über die Gentleman-Räuber.
00:09:49: Es war schon dunkel und irgendwann klingelte das Telefon und der Anruf ... Der Karm war, dass es in Karlsrunden-Banker-Fall am frühen Abend gegeben hat.
00:10:02: Ich weiß, dass ich da mal ganz spontan gesagt habe, das müssen die Gentleman-Reuber sein.
00:10:07: Händler fehlte sofort auf, weil er zuvor einen längeren Artikel über die Fahndung geschrieben hatte.
00:10:14: Aus den Hintergrundgesprächen mit den Ermittlern weiß er, dass der nächste Überfall unmittelbar bevorstehen muss.
00:10:20: Die Gentleman-Bande hat ja im Prinzip seit Nr.
00:10:24: zugeschlagen.
00:10:25: Und am Anfang waren das immer nur sehr dürftige Polizeimeldungen, die wir dann auch veröffentlicht haben.
00:10:32: Da hatten wir noch gar keinen Eindruck, dass es sich hierbei um eine Serie handelt.
00:10:35: Die Polizei vermutlich auch noch nicht.
00:10:37: Nicht von Anfang an ist klar, dass es immer die gleichen Räuber sind.
00:10:41: Also wir haben im Laufe der vielen, vielen Jahre immer wieder Banküberfälle gehabt.
00:10:45: Einer der Gründe ist sicherlich unsere Grenzen her, also die Grenze zu Frankreich, denn da gab es... Immer wieder Überfälle, bei denen die Täter dann voll Karacho über den Rhein ab nach Frankreich gebraust sind.
00:11:00: Und vor dem Schengenabkommen gab es auch noch keine Nachteile.
00:11:02: Das heißt, da durften die deutschen Polizeibeamten im Prinzip bis zur Grenze fahren und in der Verfolgung der Täter und mussten dann abbremsen.
00:11:10: Den Fahndern und Journalisten fällt es schwer, ein Muster zu erkennen.
00:11:14: Die Täter treten anfangs in wechselnder Besetzung auf.
00:11:17: Mal sind es zwei Männer, mal wollen Zeugen eine Frau erkannt haben.
00:11:21: Einmal sind es sogar drei Täter, darunter eine Frau.
00:11:25: Erst gegen Ende ist das Ehepaar allein unterwegs.
00:11:30: Karlsruhe wird dabei zum Schwerpunkt.
00:11:33: Dort überfallen sie sieben Mal Banken, manche sogar mehrfach.
00:11:39: Aber sie sind auch im Norden von Baden und in der Pfalz unterwegs.
00:11:42: Einmal verschlägt es sie sogar nach Mannheim.
00:11:46: Im Karlsruher Stadtteil Wolfer II.
00:11:48: beginnt die Serie.
00:11:53: Hey, du bist aber schon eine goldige Du.
00:11:54: April,
00:11:56: April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April,
00:12:27: April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, kommt zu spät.
00:12:56: Das ist Raub, Erpressung, jugendliche Speckkriminalität, also Intensivtäter und Spellentäter.
00:13:03: Ein erfahrener Ermittler.
00:13:06: Und einer, der die Gentlemen-Räuber über Jahre hinweg jagt.
00:13:10: Zeitweise spielen diese mit der Polizei geradezu Katz und Maus.
00:13:15: Die Beamten können sie nicht fassen.
00:13:18: Nach Karlsruhe überfallen sie in nineteenhundertfünfundneunzig noch eine Sparkasse in Reinsheim.
00:13:24: Die Geschichte in Rheinseim war dann schon näher an Bruchsaal.
00:13:29: Dafür waren wir zuständig.
00:13:31: Allerdings war ich ein anderes Stationat.
00:13:33: Ich war zuständig für Sexual-Technik und so.
00:13:38: Aber ich habe mich noch daran erinnern, dass es näher eingeschlagen ist.
00:13:43: Und da wird es auch etwas.
00:13:46: Bei verschiedenen Dienststellen bis man auf die Idee kommt Serie.
00:13:49: Das ist eine Serie.
00:13:51: Aber durch die... Die Setzung und die Vorgehensweise kam man dann auf die Idee, das könnte sich um eine Serie handeln und das hat sich halt dann auch bestätigt.
00:14:02: Ein Jahr später, nineteenhundertsechsundneunzig, ist Altlosheim bei Speyer dran.
00:14:07: Dieser dritte Überfall scheitert jedoch.
00:14:10: Aber sie kündigen an, dass sie zurückkommen.
00:14:12: Ein Jahr später tun sie das.
00:14:15: Ninzehundertneunzig noch einmal.
00:14:18: Aber nach dem ersten Überfall in Altusheim gehen sie erst mal in eine Volksbank in Westheim.
00:14:24: Sie flüchten wieder mit dem Auto eines Angestellten.
00:14:27: Dieses Mal jedoch schicken sie den Autoschlüssel zurück und fügen der Sendung ein Mitfühlendes Entschuldigungsschreiben bei.
00:14:48: Gentlemen Räuber, verwirft den Titel der Sonderkommission jedoch später wieder.
00:14:54: Anderen Beispiel Täter haben Überfall gemacht und habe dann anschließend bei diesem Überfall unter anderem Sparbücher mitgenommen und habe versehentlich den Autoschlüssel, das war's Flug.
00:15:08: Fahrzeuge, also von den Mitarbeitenden von der Bank mitgenommen.
00:15:12: Da haben wir so ein Pechchen gemacht und haben das an die Bank zurückgeschickt und haben ein Entschuldigungsschreiben da geschickt.
00:15:17: Und so, sie sind ja in ihrer Art und Weise davorgegen oder die Vorgehensweise war so höflich, dass die dann die Soko sich den Namen Gentlemen gegeben hat und erst beim drittletzten Überfall.
00:15:34: hat die Soko dann eine andere Bezeichnung bekommen, nämlich Bernstein, weil man davon ausbegangen ist, dass der nächste Überfall in der Bernsteinstraße stattfinden wird.
00:15:46: Gemeint ist die Bernsteinstraße in Karlsruhe.
00:15:50: Denn Karlsruhe wird trotz der übrigen Überfälle zum Fokus der Täter.
00:15:55: Immer wieder überfallen sie dort Banken.
00:15:58: Dass Täter so höflich auftreten, ist ungewöhnlich für diese Zeit und diese Gegend.
00:16:03: Und doch muss man den Begriff Gentlemen-Räuber kritisch einordnen.
00:16:29: haben sie natürlich dafür gesorgt, dass die Bank Angestellten in dem Fall Traumata erlebt haben, mit denen sie teilweise heute noch zu kämpfen haben.
00:16:41: Ein Banküberfall ist ein schweres Verbrechen, das zurecht unter hohen Strafen steht.
00:16:47: Das ist kein Kavaliersdelikt.
00:16:49: Von daher, der Name Gentlemen Räuber war eindeutig natürlich zu verharmlosen.
00:16:56: So nett, wie die Täter in ihrem Entschuldigungsschreiben im Februar, So anders treten sie gut einen Monat später in Malchenberg auf.
00:17:06: Massive Drohgebärden, direkte Drohungen, steht in den Protokollen der Ermittler.
00:17:12: Die Bankräuber vom vergangenen Freitag sind zu hundert Prozent zwei von den sogenannten Gentlemenräubern.
00:17:18: Diese Serie
00:17:18: mit einer Gesamtbeute von über zwei Millionen
00:17:21: Euro.
00:17:22: Die Serie, die eine Reihe von teilweise schwer traumatisierten
00:17:26: Bankangestellten hinterlassen hat.
00:17:29: Nicht weniger als einundzwanzig bewaffneten Überfällen auf Banken.
00:17:33: Ganz wesentlich darauf konzentrieren,
00:17:36: einen dritten
00:17:37: Mithäter zu identifizieren.
00:17:39: Die Ermittlungen belaufen sich aber nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf Tschechien.
00:17:43: Im Juli nineteenhundertsechsohneunzig schlagen sie wieder zu.
00:17:47: Dieses Mal in St.
00:17:49: Leonrod bei Waldorf.
00:17:51: In Aktenzeichnix Y wird öffentlich nach ihnen gefahndet.
00:17:55: Bei diesem Überfall ist den Tätern das Magazin aus dem Maschinengewehr gefallen.
00:18:01: Sie fesseln die Bank angestellt mit Kabelbindern und Nylonseilen.
00:18:05: Hundertfünfzig Hinweise gehen ein.
00:18:07: Die Polizei verdächtigt die falsche Person.
00:18:11: Vor ihrem erneuten Überfall in Altlussheim, hier hören die Täter erstmals den Polizeifunk ab.
00:18:19: Die Polizei verpasst die Täter oft knapp, manchmal entscheiden nur Sekunden.
00:18:24: Die haben ja dann behauptet, oder sie haben auch einen Scanner gehabt, um den Polizeifunk abzuhören.
00:18:29: Die haben auch auf die Gabel gedrückt, als die eine Bank angestellt, die mit der Polizei telefoniert hat, weil die Polizei ja zurückgerufen hat.
00:18:37: Und da haben die schon gewusst.
00:18:39: So lange brauche ich, bis die anrückend.
00:18:44: Wahrscheinlich wusste nicht schon, wo das nächste Revier war.
00:18:48: Und wie lange man braucht, um abzurücken.
00:18:53: Deswegen die wenigen hundert Meter mit dem ersten Fluchtfahrzeug.
00:18:57: Dann war man sozusagen unbekannt.
00:19:00: Und dieses Vorgehen war eigentlich auch zu Fuß erreichbar, wenn das beim Auto nicht geklappt hat, vom Bank angestellten.
00:19:08: kann man ja auch zur Fuß die dreihundert Meter bis zu den fünfhundert Meter in die Ecke laufen, um dann das endgültige Fluchtfahrzeug zu besteigen.
00:19:16: Beim Überfall im April nineteenhundertsiebundneunzig erleidet eine Angestellte einen Schwächeanfall.
00:19:23: Die Täter bringen ihr ein Tuch und Wasser, kümmern sich um sie.
00:19:26: Ninzehundertachtundneunzig und nineteenhundertneunzig sind sie in der Pfalz unterwegs.
00:19:37: Erst Luhstadt bei Germasheim, dann Bobenheim-Rochsheim nahe Frankenthal.
00:19:42: In dem Jahr ist es nochmals in Altlussheim.
00:19:47: Rechen aber ab, weil eine Angestellte den Überfall von außen sieht.
00:19:52: Zwei-tausend-zwei wechselt Pott nach Karlsruhe.
00:19:56: Da gehen schon elf Banküberfälle auf das Konto der Täter.
00:20:00: Zwo-tausend-zwo hab ich ganz ruhig angefangen.
00:20:05: Und ... Ich wisse nur in Erinnerung, dass es damals sehr viele Bankraube gab, durch einen Einzeltäter osteuropäischer Art unmaskiert.
00:20:16: Und dann schlug es auch natürlich ein, als die sogenannten Gentlemen-Täter auch ganz ruhig zugeschlagen haben.
00:20:25: Durch die Häufigkeit der Bankraube, die damals eben auch als Serie aufgetreten sind durch diesen osteuropäischen Täter, war ich also schon im Druck und in Übung.
00:20:39: Es ist ja so, dass dann üblicherweise der Dezernatsleiter vor Ort fährt, also an den Tag dort fährt und dann die Verhandlungen und die Beweissicherung koordiniert.
00:20:51: Und da war ich natürlich durch die Anzahl schon etwas in Übung.
00:20:57: Die Polizisten packt das Katzenmausspiel bei ihrer Ehre.
00:21:01: Sie wollen die Täter endlich finden, statt sie ständig zu verpassen.
00:21:05: Da braucht man schon niemand mehr zu motivieren.
00:21:07: Und dann haben wir so weit geschrieben, dass wir die Mittagspause, also zwei Besatzungen oder drei Besatzungen, die Mittagspause in der Landauer Straße verbracht, und zwar täglich, weil eben die Mittagspause die Zeit war, wo dann die Daten erfolgten.
00:21:25: Die waren am Anfang morgens abpassen beim Betreten der Bank.
00:21:29: Dann hat man die Mittagspause benutzt bzw.
00:21:33: wenn Schalter Schluss war.
00:21:35: Und da sind wir tatsächlich wochenlang hingefahren und haben uns gesagt, wir lassen es nicht zu, dass die Landauerstraße ein drittes Mal überfallen worden ist, wie ein Alplussheim.
00:21:47: Also im Prinzip für mich peinlich, wenn eine Bank dreimal überfallen wird.
00:21:53: Der Druck auf die Beamten steigt immer weiter.
00:21:56: Sie suchen fieberhaft nach Hinweisen, setzen eine Belohnung aus.
00:22:01: Je länger die Serie anhält, desto höher wird die Summe.
00:22:04: Am Ende sind es fünfzigtausend Euro.
00:22:08: Es gibt Bilder aus Überwachungskameras und Phantombilder.
00:22:12: Trotzdem scheint niemand, die beiden wiederzuerkennen.
00:22:15: Nach dem Fall sechzehn Landauerstraße in Karlsruhe haben wir das rausgebracht.
00:22:21: Mit allen möglichen Versuren, Veränderungen, die Mützen, Basecup und so weiter.
00:22:28: Und dann gab es ein Jahr später, also im vierzehnzehnten, Der erste Fall war der XXVI.
00:22:34: Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der
00:22:55: Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, der Jahrzehnte, Unverständlich.
00:23:05: Besonders vor dem Hintergrund, dass einige Banken mehrfach überfallen werden.
00:23:09: Haltlos haben sogar dreimal.
00:23:11: Es würde ich auch als Schiff, also der Bank, als das Vorstand nicht zulassen wollen, dass die Leute dreimal traumatisiert werden.
00:23:21: Und das hat mich dazu gebracht, an die Banken heranzutreten.
00:23:27: Wer die Idee hatte, weiß ich nicht, aber damals gab es... Dreckingsverfahren neu auf dem Markt relativ und dann wollte ich natürlich die Banken überzeugen, diese bei sich einzubauen.
00:23:42: Man glaubt es nicht, es ging nicht um hohe Beträge im Jahr, also dreistellige Beträge und wie man sich bei der Bank dann angestellt hat.
00:23:53: Wir waren so weit, dass wir gesagt haben, beim nächsten Mal schlagen wir vor, wir machen eine Sammlung, damit sich die Banken diese Elektronik leisten können.
00:24:03: Ich habe damals einen Interview gegeben und habe gesagt, die Banken riskieren, aber sie wollen nicht investieren.
00:24:12: Das hat mir kein größeres Lob eingebracht, aber es war die Wahrheit.
00:24:16: Hinzu kommt, dass die Angestellten nicht ausreichend vorbereitet sind auf einen Überfall.
00:24:21: Also, die Leute sollten sensibilisiert werden für diese Bankraugserie.
00:24:28: Und ich muss auch sagen, dass... Dass bei den Banken oft die Sensibilisierung nicht so weit fortgeschritten war, wenn ich zur Bank kam und hatte mich angekündigt, um mit denen zu sprechen, dann habe ich sie gefragt, zum Beispiel, wo ist denn ihr Alarmkonopf?
00:24:47: Es gab tatsächlich Angestellte, die wussten das nicht, weil durch Versetzung und Aushilfe und so weiter, aber solche Kriterien waren für mich natürlich wüchtig, aber für die.
00:24:59: Für die Bankbeschäftigten scheinbar nicht zu stark.
00:25:02: Die Polizei steuert natürlich nach, versucht ihre Verhandlungsmethoden anzupassen.
00:25:08: Dass man eben vorbereitet war, dass für jede Bank ein Plan erstellt wurde,
00:25:14: wie
00:25:15: die Streifenwägen bei einer Alarmierung dieses Objekt anfahren.
00:25:20: Also nicht vor die Tür, sondern abgesetzt und die Geisennahme verhindern.
00:25:25: nicht mit großer Musik anfahren, sondern eben so unauffällig wie möglich.
00:25:31: Das hat man ja bei den letzten Faltern gesehen, dass es funktioniert hat oder hätte.
00:25:43: Die Pläne wurden im Ausgereifter, die Besprechungen mit Mannheim und Heidelberg und Ludwigshafen, also Südpfalz, im Ausgefeil.
00:25:54: Jeder hat ihr seine Vorschläge gemacht, die die Hausaufgaben wurden verteilt, was man eben machen muss, um diese Serie endlich zu beenden.
00:26:02: Was ging dann schon tatsächlich, muss man sich dann von den anderen Dezernaten schon einige Spitzen anhören.
00:26:09: Wie lang denn das noch geht?
00:26:12: Doch auch die Technik bei der Polizei ist nicht so ausgereift, wie man sich das vorstellt.
00:26:17: Sie hat mit ihren ganz eigenen Herausforderungen zu kämpfen.
00:26:21: Dadurch, dass wir diese Übungen gemacht haben mit den Verhandlungsmaßnahmen, dass wir ja keine Walkie-Talkies, die funktioniert hätten, dann hat man ein Handy, ein privates Handy, genommen und hat versucht, hier so ein Kreis, da gab es verschiedene Apps, wo die anderen Handys dann drauf geschaltet wurden, damit man eine Verbindung hat von verschiedenen Fahrzeugen.
00:26:50: ebenso die Verfolgung aufzunehmen.
00:26:54: Das war dauernd irgendwie neu für uns, weil das normale Geschäft ging ja weiter.
00:27:02: Es gab eine Mordkommission, es gab eine Ermittlungsgruppe und dann mussten wieder Leute herausgelöst werden.
00:27:09: Das war also zusätzlich, aber durch die Anzahl, durch die schiere Anzahl war eben die Motivation schon groß.
00:27:16: Die Journalisten tappen lange im Dunkeln.
00:27:19: Sie ahnen noch nicht, dass sie sich um eine Serie von Bank überfällen und immer die gleichen Täter handelt.
00:27:25: Natürlich wollte die Polizei sich auch nicht hundertprozentig in die Karten schauen lassen.
00:27:30: Sie haben zwar damals schon im Prinzip gesagt, dass es da gewisse Auffälligkeiten gab, aber natürlich nicht uns alle Spuren offen gelegt, um die Täter natürlich auch nicht zu warnen.
00:27:44: Die Polizei ermittelt lange im Hintergrund.
00:27:46: Das muss irgendwann in den Jahren zwei Tausend fünf bis zwei Tausend neun gewesen sein, dass es eine Überfallserie auf Banken im Verbreitungsgebiet gab und dann die Polizei irgendwann den Zusammenhang geschaffen hat, dass es sich hier um eine Serie handeln muss.
00:28:04: Und dann tauchte der Name Gentleman Räuber in Polizei-Meldungen auf und daraufhin haben wir dann mal genauer nachgefragt, was es eigentlich mit denen auf sich hat.
00:28:19: In der Landauer Straße in Karlsruhe.
00:28:46: Die Beute fällt ganz unterschiedlich aus.
00:28:49: Mal sind es Beträge im fünfstelligen Bereich, mal im sechsstelligen.
00:28:54: Die Polizei berechnet irgendwann anhand der Summen, wie lang es dauern wird bis zum nächsten Überfall.
00:29:00: Seit dreizehn Jahren bittet die Gentleman-Bande zur
00:29:02: Kasse.
00:29:03: Gentleman-Räuber, neues Phantombild.
00:29:05: Gentleman
00:29:06: schlagen wieder zu.
00:29:08: Also die Banken sind nicht mehr die wirkliche Zielgruppe, weil die Banker haben überhaupt noch eine Tageskasse, wo sie vielleicht zweitausend Euro drin haben, mehr nicht.
00:29:20: Und das ist keine Effizienz mehr für einen Hauptüberfall.
00:29:23: Also die Täter suchen sich dann natürlich auch andere Möglichkeiten, weil jetzt haben wir natürlich das Sprengler von Geldautomaten, solche Dinge da.
00:29:32: Da hat man dann wenigstens eine bestimmte Beude.
00:29:35: Aber zu der damaligen Zeit, da hat ja an einem Ding sechsehunderttausend Mark mitgenommen und zum Teil noch mehr, also insgesamt zwei Millionen Euro, wenn man es zur Sache rechnet.
00:29:46: Also das war dann schon effizient.
00:29:48: Das hat auch relativ lange gedauert, muss ich sagen.
00:29:53: Über Jahre hinweg, bis die Banken da hergegangen sind, dann habe da natürlich auch einiges gemacht.
00:29:58: Und heutzutage, also der Bank rentiert sich nicht mehr.
00:30:02: Das Muster der Täter ändert sie im Laufe der Zeit.
00:30:05: Anfangs noch gewaltbereiter und entschiedener im Auftreten, werden sie bald höflich, manchmal sogar mitfühlend.
00:30:14: Geben Sie mir den Schlüssel.
00:30:15: Da ist aber mein Wohnungsschlüssel dran.
00:30:17: Ich komme sonst nicht nach
00:30:18: Hause.
00:30:18: Ich mache ihn ab.
00:30:20: Ja,
00:30:21: bitte.
00:30:22: Am Anfang gehen die Täter brutaler vor.
00:30:25: Opfer berichten davon, angefasst, sogar niedergerungen und gefesselt zu werden.
00:30:30: Später reicht es dann schon aus, die Jacke anzuheben und die Waffe zu zeigen.
00:30:35: Gewalt brauchen sie kaum noch.
00:30:37: Der braucht nicht ein großes Drohs-Szenario aufbauen, sondern der hat die Situationsherrschaft in der Geschichte und er braucht nicht hergehen und muss die Leute jetzt mit Gewalt noch irgendwie quälen oder so.
00:30:50: Natürlich tut er wie in einer Band drei Zähnen mit Arbeitenden eine Dreiviertelstund lang gefesselt.
00:30:57: Mit Handschließung und Kabelbinder.
00:31:00: Das ist natürlich für die Bank angestellt.
00:31:02: Eine erhebliche Belastung, wenn sie drei, vier Stunden mit dem Täter da sind und wissen nicht, was da geht.
00:31:08: Also die psychische Belastung für die ist ja enorm groß.
00:31:11: Die werden auch entsprechend traumatisiert sein.
00:31:14: Aber er hat die Lage unter Kontrolle.
00:31:17: In den Tieren sagt sie, da können sie nachher auch ausschlupfen.
00:31:19: Die Handschließung, ich leg den Schlüssel da vorne hin.
00:31:23: Das muss ich erst mal einer fertig machen.
00:31:25: Und ich denke mal, neunundneinzig Prozent, aber Tätern würde hergehen und würde da einkommen und umbrüllen.
00:31:32: Und ich lege euch um oder sonst irgendwas, wenn einer die Bullen ruft.
00:31:36: Ja, die Bank angestellt hat, die habe ich dann gesehen so, dass er hergeht und hört den Polizeifunk mit.
00:31:42: Da kennt dann auch mit, ob jemand Alarm auslöst und so weiter.
00:31:46: Der hat mit Sicherheit die Kontrolle drüber gehabt und deshalb ... Ja, das war halt sein Stil, sag ich mal, so die Geschichte freundlich zu machen.
00:31:56: Ich glaub, bei den ersten Überfällen, seinen Mittehrer da, da war nicht so der Freundliche.
00:32:01: Eine Frau ist in Unmacht gefallen, bei dem Überfall, dann geht er her, legt ihr die Füße hoch, bringt ihr Glas Wasser.
00:32:07: Die eine beklagt sich über die Handschließe, die wehtut, dann macht er die Handschließe auf und ist freundlich und nett.
00:32:13: Anfangs, etwa beim ersten Überfall der Bank in Altlosheim im Jahr nineteenhundertsechsenneunzig, tragen sie noch Wohlmützen.
00:32:20: Später haben sie nur Perücken auf.
00:32:23: Und trotzdem werden sie nicht identifiziert und geschnappt.
00:32:26: Man weiß es nicht genau, wenn man mal die Zeuginnen oder Zeugen bei Bankrauben befragt hat, dann fragt man sich, wie kann es sein, dass die eine Dame, also wenn es vom konkreten Fall, der in Erinnerung ist, sagt, der hat dieses und jenes an und die zweite, die daneben stand.
00:32:46: Das Gegenteil behauptet.
00:32:48: Deswegen ist es wichtig, dass man die Zeugen trennt.
00:32:51: Bevor die ganzen Erinnerungen verwischt werden, bevor irgendwelche Vorgesetzte kommen und ihre Anteilnahme bekunden wollen, müssen die Zeugen eigentlich weg.
00:33:03: Sie müssen zur Dienststelle damit sie in aller Ruhe ihre Schilderung abgeben können.
00:33:10: Alles andere vermischt und vermengen die ganzen.
00:33:14: Also im Prinzip war ich die Zeuge nach und immer habe ich es tatsächlich gesehen oder das meine Kollegen gesehen und das geht durcheinander.
00:33:21: Und deswegen, ich meine zum Schluss Mann und Frau, das war sozusagen die beständigste Geschichte, als es mal anfing, ist es so geblieben.
00:33:32: Und das mit den zwei Männern bzw.
00:33:35: zwei Männern und eine Frau, das kann ich mir eigentlich auch nicht erklären, wie das vorkommt.
00:33:41: Die Polizei vermutet die Täter zu dem an ganz anderen Orten, aber nicht in Tschechien, wo sie tatsächlich leben.
00:33:48: Ja, es ist halt so, die Ermittlungen haben.
00:33:49: Also das Geoprofiling hat eigentlich ergeben, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Täter aus dem Bereich Karlsruhe kommt, also Karlsruhe umgebung, evtl.
00:34:00: nattliches Elzers aus der Pfalz, weil er hat natürlich Karlsruhe direkt gesprochen.
00:34:07: Und den Bezug nach Tschechien, den hat man einfach nicht gehabt.
00:34:11: Weil die Täterin als solches, die erst ab dem siebten Überfall dabei war, die hat so viel wie nichts besprochen.
00:34:19: Die Hauptaktion hat über der männliche Täter gar klassisch Kautswort, die leggesprochen.
00:34:25: Anfangs berichten die Zeugen auch immer von zwei Männern bei den Überfällen.
00:34:29: Und am Anfang hatte er mit hoher Wahrscheinlichkeit, sag ich mal, die ersten Überfälle.
00:34:34: mit seinem Schwager war das, also zukünftige Schwager gemacht und der wurde aber irgendwann festgenommen wegen Raubüberfälle und Drogevergehe und so weiter.
00:34:49: und dann saß der in Haft, dann hatte versucht einen Überfall alleine zu machen, der ist schief gegangen und hat er festgestellt, ich kann allein keinen Überfall machen und hat dann zu einer Frau mitgenommen, die dann?
00:35:15: Die Aussagen über den dritten Täter sind widersprüchlich.
00:35:19: Die Exfreundin des Täters Jaroslaw B. meint, seinen Cousin auf dem Phantombild vom Überfall auf die Sparkasse Karlsruhe rückwurzuer erkennen.
00:35:28: Eindeutig identifiziert und gefasst, wird der dritte Täter nie.
00:35:37: Grünwinkel, Jahrzehnte.
00:35:39: Trotz modernisierter Banktechnik gelingt der vorletzte Kuh.
00:35:43: Wenige Wochen später folgt das Karlsdorf.
00:35:53: Zum letzten Überfall reisen sie mit der Bahn an, mitten im vorweihnachtlichen Trubel.
00:36:00: Übernachtet hatten sie in einem Hotel am Bahnhof in Pforzheim.
00:36:04: Ich weiß nur, beim letzten Überfall, da muss es schon ein paar so sein, dass sie auf jeden Fall einen Tag vorher schon angereist sind und haben ein Hotel gehabt in Pforzheim, habe dann auch die Bank beobachtet oder observiert oder aus Baldurwort, wie man so im Chagons sagt, und habe dann am nächsten Tag diesen Überfall gemacht.
00:36:26: Das ist eigentlich einmal die Geschichte, einundzwanzig Fälle, aber das war ... Ich habe irgendwann mal gesagt beim Interview, die haben mehr Glück als Verstand.
00:36:35: Ich bin nach wie vor der Meinung, sie haben mehr Glück als Verstand.
00:36:39: Die haben Fingerbrücke hinterlassen, sie haben den Armaterial hinterlassen, also Haare und so weiter.
00:36:44: Aber die lagen nicht vor, die waren nicht vergleichbar.
00:36:48: Das war natürlich das Problem.
00:36:49: Aber irgendwie sorglos waren die ab und zu schon.
00:36:53: Deswegen meinen Ausdruck, die haben mehr Glück als Verstand.
00:36:58: Aber das Glück... Wenn man es dazu sagen soll, war auch durch die Dislozierung der Taten in verschiedene Zuständigkeitsbereiche, als ob die Gewussteten.
00:37:10: in Albusheim ist jemand anders zuständig als in Philipsburg.
00:37:15: Ob die das tatsächlich gewusst haben, ich hätte dem gerne mal gefragt.
00:37:19: Aber das empfiehlt natürlich durch das finale Ende.
00:37:23: Heute gibt es so gut wie keine Banküberfälle mehr.
00:37:27: Er ist recht keine Serie.
00:37:28: die mit dieser vergleichbar wäre.
00:37:30: Man sieht ja auch, dass die Banken in Sicherheit investiert haben und dass es irgendwie nicht mehr so Mode ist, in die Bank rein zu marschieren und Geld zu fordern.
00:37:41: Durch Zeitverschlüsse und was weiß ich, was alles, AKTs, die man gerade so einfach aufmachen kann.
00:37:48: Und es hat nach meiner Meinung stark nachgelassen.
00:37:53: Also das Bankraubgeschäft, wenn ich so mal so sagen darf.
00:37:56: blickt mit der Milde der langjährigen Erfahrung auf diese Geschichte zurück.
00:38:01: Für ihn gibt es nichts mehr zu klären, nichts mehr zu erklären.
00:38:05: Bis auf eins.
00:38:07: Warum?
00:38:09: Wie fing es an?
00:38:10: Wie kommt man da sozusagen rein in diese Laufbahn?
00:38:15: Fast zwanzig Jahre lang halten die Gentlemenräuber die Region in Atem.
00:38:19: Am Ende bleiben Schock, Traumata ... Und die Erkenntnis, dass selbst erfahrene Ermittler manchmal machtlos sind.
00:38:27: In der nächsten Folge schauen wir auf die Opfer.
00:38:31: Was haben die Überfälle wie den Bankangestellten, Zeugen, aber auch den Polizisten
00:38:36: gemacht?
00:38:50: Sie hatte neue Inhalte zu diesem Fall recherchiert und einen großen Durchbruch angekündigt.
00:38:55: Aber leider verschwand sie, bevor sie uns mehr mitteilen konnte.
00:38:59: Geht auf die Instagram-Seite in unseren Shownotes und teilt unseren Aufruf.
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