2 Millionen Euro Beute und ein Leben im Armenhaus: Das bizarre Erbe des Räuber-Paars
Shownotes
Alle suchten nach dem großen Reichtum, doch die Ermittler fanden nichts. Das Finale führt uns in ein tschechisches Dorf, in ein Haus ohne Schlafzimmer, in dem das meistgesuchte Räuber-Duo Deutschlands wie Tagelöhner hauste. Während die Welt an den Mythos der „Gentlemen“ glaubte, verspielte Jaroslav B. im Stillen ein Millionenvermögen – bis zum letzten, tränenreichen Abschied.
- Die Ruine der Räuber: Warum das Paar trotz Millionenbeute in einem ehemaligen Armenhaus lebte und auf der Couch schlief.
- Tränen vor dem Raubzug: Der letzte Abschied in Tschechien – ahnte Rudzena B., dass sie ihren Sohn nie wiedersehen würde?
- Der innere Kampf des Schützen: Der Polizist, der Jaroslav B. stoppte, bricht sein Schweigen über Gerechtigkeit, Alpträume und den Weg zurück in den Streifendienst.
- Vom Tatort zum Glückstag: Warum die angeschossene Beamtin jedes Jahr den 10. Dezember feiert, während ihr Vater die Grablichter der Täter abräumen wollte.
Die Geschichte im Podcast endet hier, aber deine Ermittlung beginnt erst. Kannst du das Rätsel um die verschwundene Journalistin lösen? Schließe die Akte im interaktiven Krimispiel: https://gentlemen.adventurebox-karlsruhe.de/
Sprecher: Andreas Jüttner, Isabel Steppeler
Credits: Projektleitung, Idee, Drehbücher, Casting, Sprechertraining, Interviews, Aufnahme: Rebecca Ditt Recherche, Interviews: Sibylle Kranich Schnitt + Musik: Robin Landwehr
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00:00:03:
00:00:10: Als die deutschen Ermittler nach Chiefjizze fahren, in das Haus der Gentleman-Räuber bietet sich ihnen ein spannendes Bild.
00:00:18: Die Autorin und Journalistin Marianne Paschkewitz war damals vor Ort – hat aber auch mit dem Polizisten gesprochen.
00:00:24: In ihren Unterlagen findet sich dazu Folgendes….
00:00:27: Das einstöckige Haus mit Garten sei nicht sofort zu sehen gewesen!
00:00:31: Es lag am Ende einer Straße um Zeunt mit einem seitlich vorgelagerten Schuppen an denen sich zur Straße hin eine Garageanschloss.
00:00:41: Der erste Eindruck der Ermittler?
00:00:43: Wie armselig!
00:00:45: Was haben die mit dem vielen Geld
00:00:47: gemacht?!
00:00:49: Armselig traf den Nagel auch irgendwie auf den Kopf, denn in grauer Vorzeit war es tatsächlich eine Art Armenhaus gewesen, in dem bedürftige Menschen lebten.
00:00:59: Wie mir in der Nachbarschaft erzählt wurde, war das Haus bereits eine Ruine als ist ein kommunistischer Funktionär für eintausend tschechische Kronen gekauft hergerichtet und es als Wochenendhäuschen für die Familie genutzt habe.
00:01:12: Seine Kinder veräußerten es dann nachdessen tot an die Gentlemenräuber.
00:01:18: Der Gesamteindruck vom Inneren des maximal sechzig bis siebzig Quadratmeter großen Hauses, nicht modernisiert aber auch nicht verlottert alte Fenster, alte Böden, alte Einrichtung.
00:01:32: Merkwürdig fanden die Karlsruher Kripo Leute das es kein Schlafzimmer gab.
00:01:36: Offenbar schlief das Ehepaar auf der Couch in einem Wohnraum, der gleichzeitig als Wohn- und Esszimmer sowie Küche diente.
00:01:44: Des Weiteren gab es eine Kammer mit einem größeren Terrarium – darin ein Oschi von Ligoan.
00:01:50: Unter dem Terrarum, dass auf Beinen stand, befand sich einen in die Wand verschraubter Tresort, der bei den Ermittlern natürlich auf größtes Interesse stieß.
00:01:59: Nachdem er auf dem Polizeigelände in Budweißgewalt samm geöffnet worden war Fanden sich darin Waffen und Munition sowie Belege- und Dokumente.
00:02:08: Aber keine Beute, sprich Geld!
00:02:11: Es gab auch ein kleines Computerzimmer mit einem recht modernen Schreibtischstuhl.
00:02:16: Die Leidenschaft für PCs hatte sich Jaroslaw offensichtlich bewahrt.
00:02:20: Das Leben der Gentleman-Räuber fand in einem Raum statt.
00:02:24: Geheizte wurde mit einem Bollerofen.
00:02:27: das einzig halbwegs moderne aber keineswegs teuer sei das Bad mit einer Eckbadewanne, Waschbecken und Toilette gewesen.
00:02:36: Der Heißwasserboiler stand im Schuppen außerhalb des Hauses hinterm Badezimmer.
00:02:42: Der Dachboden mit Giebelfenster diente als Abstellfläche und war nur über den Schuppem erreichbar.
00:02:48: Dort hing auch ein Sandsack für Kraft- und Ausdauertraining am Bodenlagenhandeln.
00:02:54: Im dreihundert Quadratmeter großen Garten pflanzte Ruschena Gemüse an wie Nachbarn erzählten.
00:03:01: Im Sommer konnte man das Haus nicht sehen durch das Grün, inlichen Dingen gab es nicht
00:03:08: viel.
00:03:09: Offenbar trugen sie alle Markenkleidung jedoch nichts wirklich Teures.
00:03:14: im Flur hingen ein paar ältere Familienbilder.
00:03:17: auf der Garderobe lagen mehrere Schirmmützen von denen die Karlsruhermittler sagten Sie seien teilweise auf den Fahndungsfotos abgebildet gewesen.
00:03:26: Auf dem Estisch eine Adventskranz ansonsten Nippes Ein Schmuckkästchen ein kleines Bücherregal mit ein paar Büchern Grün pflanzen unter einem der kleinen Fenster ein Wäscheständer.
00:03:38: Der Fernseher stand auf einem Fernsehschrank und am Strich sei alles im Haus zweckmäßig und ordentlich, aber ohne Handschrift gewesen.
00:03:48: Im Fernseheschrank finden die Ermittler ca.
00:03:50: dreihundert Wettscheine und Urlaubsfotos aus besseren Tagen.
00:03:55: Jaroslav durchtrainiert am Strand – der Sohn wohnte zum Zeitpunkt der Durchsuchung dort nicht mehr.
00:04:02: Er war zwanzig Jahre alt und lebt offenbar mit seiner Freundin zusammen.
00:04:07: Aus den Recherchen der Autorin und Journalistin Marianne Paschkewitz geht hervor,
00:04:12: die Aufregung, die in dem kleinen Jiftschitze herrschte nachdem bekannt geworden war dass das Ehepaar das seit rund zehn Jahren am Ort lebte, die meistgesuchten Bankräuber Deutschlands waren, war natürlich riesengroß!
00:04:26: Die Betroffenheit über ihr tödliches Ende nicht minder wie mir bei meinen dortigen Recherche erzählt wurde.
00:04:33: Es war ihm perfekt gelungen, eine bürgerliche Fassade aufzubauen und über die Jahre zu wahren.
00:04:39: Sie lebten zurückgezogen – unauffällig Und durch ihr Sozialverhalten auch in gewisser Weise angepasst.
00:04:47: Im Rathaus wurde betont wie pünktlich sie alle Gebühren bezahlten.
00:04:51: Bei den örtlichen Vereinen galten sie als zuverlässige Spender Auch wenn sie nirgendwo Mitglieder waren Mit einer Ausnahme Dem Schützenverein in Budweiß.
00:05:03: Nach allem, was ich weiß pflegten sie nur Kontakt zu einem älteren Ehepaar in der Nachbarschaft.
00:05:08: Das allerdings stellte in unserem Gespräch ernüchtert fest – wir wurden nur belogen!
00:05:15: Gleichwohl mochten Sie nicht schlecht über Rujina und Jaroslaw reden.
00:05:19: Das gute Verhältnis zu ihnen führten sie darauf zurück, dass sie nie ihre Nase in die Angelegenheiten der kleinen Familie steckten.
00:05:27: Bis zum Schluss war das Rentnerpaar und wohl alle im
00:05:30: Ort.".
00:05:31: Davon überzeugt, dass Jaroslaw den Beruf des Buchmachers nachging.
00:05:35: Der seine Geschäfte ganz modern am Computerbetrieb.
00:05:39: Diese Legende hatte er zur Perfektion gebracht.
00:05:42: Seine Wettleidenschaft hatte er nach außen hin zum Beruf gemacht.
00:05:46: Er verstand ja auch eine Menge von Fußball wie der frühere Schmied bewunderte und Rujina war die Hausfrau und Mutter.
00:05:54: zu ihr hatten die alteingesessenen Nachbarn wenig Kontakt.
00:05:59: Sie war sehr verschlossen und ich wusste nicht so recht, worüber ich mich mit ihr unterhalten sollte", sagte die ehemalige Bäckerin.
00:06:07: Jaroslav dagegen sei zugänglich gewesen und gern auf ein Bier rübergekommen.
00:06:12: Im Haus sah überhaupt viel getrunken worden – Gegenbesuche fanden übrigens so gut wie Nicht statt!
00:06:18: Jaroslaw sei überaus hilfsbereit gewesen, keine Arbeit ging er aus dem Weg half dem Rentner sogar beim Heuholen für die Hasenzucht.
00:06:27: Doch es gab auch Eigenheiten, die sich die Nachbarn erst im Nachhinein erklären konnten.
00:06:32: Etwa die Tatsache, dass sie häufig die Autos wechselten – immer gebrauchte Autos und angeblich immer Leihwagen!
00:06:41: Das muss doch viel Geld gekostet
00:06:42: haben!".
00:06:44: Wunderten Sie sich?
00:06:47: Wenn bei dem jungen Ehepaar vermeintliche Geschäftsreisen oder Familienbesuche in Deutschland anstanden, habe Rujena —die eigentlich nie Auto gefahren sei— Probefahrten mit dem gerade geliehenen Wagen durch den Ort gemacht.
00:07:00: Außer auf Urlaubsreisen hätten sie den Sohn nicht mitgenommen, dann sei die Großmutter – es handelte sich um die Mutter des verstorbenen Ex-Mannes von Rujinar?
00:07:09: zum Hüten gekommen!
00:07:12: Sie habe auch die Hunde, Katzen und Vögel in dieser Zeit versorgt.
00:07:18: Es war allgemein bekannt dass der Buchmacher und seine Frau große Tierliebhaber waren.
00:07:23: Als solche spendeten sie auch großzügig für den Tierschutz und den Zoo in der Gegend.
00:07:29: Jedes Mal hatte sich die Mutter lange von ihrem Sohn verabschiedet, wenn sie sich wieder auf die Reise nach Deutschland machte mit ihrem Mann.
00:07:37: Doch der letzte Abschied war ein besonderer.
00:07:40: Eine Feststellung des benachbarten Ehepaares ist mir besonders in Erinnerung geblieben – so habe sich Rujina vor jeder Geschäftsreise, die jedes mal einen Raubzug nach Deutschland war, von ihrem Sonen besonders liebevoll verabscheidet.
00:07:55: Beim letzten Abschied habe sie gar Tränen in den Augen gehabt.
00:08:00: Und auch Jaroslav verabschiedete sich von seinem benachbarten Freund mit einer ungewohnten Geste, indem er ihm einen edlen Flachmann mit ebenso edlem rumschenkte.
00:08:10: Der Hasenzüchter und seine Frau hätten sich noch lange Zeit immer mal wieder feinen Krok damit gemacht.
00:08:36: Die Polizei, wie man es sich vorstellt, die im Streifenwagen sitzen.
00:08:39: Aber nicht mehr auf dem Revier sondern auf einem anderen
00:08:40: Revier.".
00:08:41: Nachdem sich der ganze Trubel gelegt hatte ging er der Frage nach wer die Täter überhaupt waren?
00:08:47: Es ließ ihm keine Ruhe!
00:08:49: Es war Teil seiner Bewältigung.
00:08:52: Nach so einem Ereignis lernten wir auch viele Leute kennen, die man vorher nicht gekannt hat.
00:08:55: also ich habe dann auch den Kollegen kennengelernt von der Kriminalpolizei Banküberfälle bearbeitet hat, der diese Haupttaten quasi die ganzen Ermittlungen dazu geführt hat.
00:09:06: Und mit dem haben wir uns natürlich auch schon viel ausgetauscht und er hat sich natürlich auch erzählt... vor allem was die natürlich immer vermutet hatten wer das war.
00:09:14: jetzt wussten sie wer es war und so weiter und sofort.
00:09:17: da hat man sich schon mal ausgetauscht und hat sich dann schon auch dafür interessiert welches ist usw.
00:09:25: Ich fand's gut es zu erfahren.
00:09:26: aber wäre jetzt nichts rausgekommen oder so dann wäre das auch okay gewesen.
00:09:30: Das hat jetzt für mich kein Ausschlag gegeben.
00:09:35: Die Ermittlungen, die in einem solchen Fall immer laufen wurden erst einige Zeit später gegen ihn eingestellt.
00:09:42: Diese Einstellungsnachricht von der Staatsanwaltschaft, dass alles richtig war und das alles okay war, rechtlich in Ordnung, kommt erst viel später.
00:09:51: Ich meine wir haben sie im Juli, glaube ich, in den Jahr zehntausender Elf gekriegt.
00:09:55: also es waren dann acht Monate später.
00:09:59: da sage ich mal ist das größte eigentlich schon vorbei, was im Kopf stattfindet.
00:10:03: Aber was viel geholfen hat ist... Ich habe tatsächlich sehr viel mit Kollegen drüber gesprochen.
00:10:09: Mit meiner Lebensgefährtin gar nicht so weil sie jetzt blöd an haben.
00:10:15: die kannst du nachvollziehen ja aber wenn man in einem Kollege spricht der versteht es.
00:10:21: er weiß wie ein Polizist denkt und kann das nachvollziehend.
00:10:24: und wenn die zu einem sagen wir durch alles richtig gemacht Ja, es kommt schon bei einem an und man denkt sich schon ja okay das ist ja nett.
00:10:32: aber da sind wir wieder beim Punkt was ich gesagt habe.
00:10:34: Ich glaube man muss mit sich selber ausmachen.
00:10:37: Es kann einem vielleicht helfen aber letztendlich ist mein innere Kampf den ich mit mir ausfechten
00:10:43: muss.".
00:10:44: Die Ereignisse haben sich eingeprägt.
00:10:46: der Alltag ist Routine aber sicher nicht mehr derselbe.
00:10:50: Ich habe danach auch schon nochmal meine Waffe gezogen.
00:10:59: Ich habe aber nicht geschossen, aber natürlich mit dieser Qualität.
00:11:04: Brauche ich aber auch nicht unbedingt noch mal!
00:11:08: Der Einsatz ist vorbei, aber die Bilder bleiben.
00:11:11: Die Routine kehrt zurück.
00:11:13: Schichtdienst, Streifen, Einsätze... Doch wer einmal geschossen hat trägt die Erinnerung mit sich Auch wenn der Alltag weitergeht.
00:11:33: Am Tag nach der Schießerei wirkt die Stadt als wolle sie vergessen und erinnert doch.
00:11:39: Zwischen Weihnachtslichtern und Straßenbahnen flackern rote Kerzen
00:11:43: am Karlstor,
00:11:44: ein stilles Zeichen für zwei Tote – und ein Ort an dem alles anders wurde!
00:11:51: Den Vater der Polizistin belastet die Szenerie sehr….
00:11:55: Und doch zeigt in dieser Situation seinen Tochter eine Stärke, die sie auch später durchs Leben tragen und das Schreckliche bewältigen lassen
00:12:02: wird.".
00:12:04: Ich weiß noch, dass dann auch Grablichter aufgestellt wurden am Tatort.
00:12:10: Da hat sich mein Vater so aufgeregt.
00:12:12: Wie kann das sein?
00:12:13: Diese Verbrecher haben fast mal ein Kind umgebracht.
00:12:17: Wenn die noch da stehen, geht er sofort hin und räumt die Grablichte ab.
00:12:20: Aber als er hinwollte, war es schon erledigt.
00:12:23: Weil ich sagte, wie kann man da noch ... Ich sagte ja Papa, die haben vermutlich auch Familie gehabt also ... Aber für den war das irgendwie total unverständlich.
00:12:33: Das ist eine absolute Frechheit, dass da noch öffentlich getraut wird um diese Verbrecher die es so vielen Leuten und nicht nur mir aber auch anderen Leuten so viel Leid gebracht haben.
00:12:44: Ich hab mir gar keine Gedanken drüber gemacht, weil's er sich so eschofiert hat.
00:12:48: Äh äh Äh Ärgh äh ähh äh.
00:12:50: ich sag du Papa mach doch jetzt uns nix ob da jetzt drei Grablichter für dich stehen?
00:12:55: Die werden auf Familie gehabt haben.
00:12:57: Die Polizistin hat die Geschichte auch lange begleitet.
00:13:01: Sie hat sie eine Erinnerungskiste gemacht, mit ihrer Hose in der sie angeschossen wurde, mit Zeitungsartikeln und Berichten aus der Tagesschau über den Überfall – mit Genesungskarten, die sie damals bekam.
00:13:14: Doch ablegen konnte sie es nicht!
00:13:16: Die Gedanken trug sie jeden Tag mit sich herum.
00:13:19: Also die ersten Jahre danach habe ich schon jeden Tag dran gedacht an dieses Ereignis.
00:13:26: aber wie gesagt Angst oder Kroll, sondern das ist passiert.
00:13:30: Das war in der Vergangenheit.
00:13:33: Das gehört zu mir und dann war der Gedanke wieder weg.
00:13:39: Ich habe auch ... In der Zeit danach hab ich von meiner Mutter immer im Enten-Nachtdienst gefahren.
00:13:46: Sie hat mir geschrieben, aber Geld zieht deine Schutzweste an und passt gut auf dich
00:13:52: auf.".
00:13:53: Für die Angehörigen ist es immer noch schwer nach all dem.
00:13:57: Die Mutter hat sich Sorgen gemacht wenn sie auf Streife fuhr, die Schwiegermutter ebenfalls.
00:14:02: Zum Jahrestag schreibt sie immer Gott sei Dank ist dir nichts passiert.
00:14:08: wir denken heute an diesem schlimmen Tag an dich und ich schreibe jedes mal zurück Es war nicht schlimm es ist ein Glückstag gewesen.
00:14:16: es ist doch ein Glückstag und nicht ein schlimmer Tag.
00:14:19: also so habe ich das für mich abgespeichert.
00:14:21: wir haben so großes glück gehabt schon zweiter Geburtstag
00:14:25: dass sie den tag des überfalls nicht als schlimm sondern als Lüxtag erinnert.
00:14:30: Das ist keine Selbstverständlichkeit.
00:14:33: Viele Menschen bleiben nach einer solchen Gewalterfahrung traumatisiert zurück, bei ihr scheint etwas anderes passiert zu sein.
00:14:41: sie hat geredet erzählt wieder und wieder und genau das sagen Polizeipsychologen ist oft der Schlüssel um Erlebnis zu verarbeiten bevor es sich festsetzt
00:14:53: weil ich ganz viel reden durfte wollte konnte Alles wahrscheinlich zusammen, weil da die Möglichkeit einfach da war zu erzählen.
00:15:08: Und das glaube ich, das tat gut besser als wenn ich es für mich in mich reingefressen hätte und damit Fragen zurückgeblieben wäre.
00:15:16: Es wurden ganz viele Fragen auch für mich dann noch beantwortet und die Kollegen haben erzählt was sie in dem Moment gemacht haben.
00:15:23: Das war auch wichtig also diese kleinen Mosaik-Teilchen die sich dann für mich in ein Ganzes gefügt haben, das war wichtig ums zu verarbeiten.
00:15:32: Zu den Mosaik-Teilchen gehören für die Polizistin auch die Bank Angestellten.
00:15:37: Die hatten nach dem Überfall gefragt ob sie ihre Kontaktdaten haben dürfen
00:15:41: und da haben wir uns echt auch noch ja ein paar mal Jahre später immer in diesem zehnten Dezember eben getroffen und kennengelernt.
00:15:50: aber die ersten jahre war es wichtig ich glaube gegenseitig auch für die weil die sich ganz.
00:15:57: Sie haben sich natürlich auch eine Bankmitarbeiterin vorwürfe gemacht, dass sie jetzt eigentlich daran schuld ist, dass jemand verletzt wurde.
00:16:04: Dass zwei Leute dort gestorben sind, wo ich wieder nur geantwortet habe.
00:16:10: Aber die Ursache haben doch die gesetzt?
00:16:12: Das ist nicht deine Schuld!
00:16:15: Vor zehn Jahren hatten sie zum letzten Mal Kontakt mit ihrem Streifenpartner fuhr sie dann noch häufiger in Schichten.
00:16:21: Im Oktober zweitausendfünfzehn begannen sie gemeinsam ein Studium in Phillingen-Schwenningen für die Kommissarslaufbahn.
00:16:28: Anschließend kehrte er wieder auf das Reviermarktplatz in der Karlsruhe Innenstadt zurück und sie wechselte das Revieren.
00:16:34: Natürlich habe ich auch gelesen, dass drumherum – heute sagt man Schockschadensopfer dazu -, dass da auch manche die es mitbekommen haben, dass denen schlecht ging und die ins Krankenhaus gekommen sind und eine Mutter mit Kinderwagen sich noch hinter der Litfaseule versteckt hat als die dann
00:16:52: mitbekommen
00:16:53: hat, in was für ne Situation sie jetzt da reinläuft aber noch mit Leuten getroffen haben, die da so drum rumstanden.
00:17:00: Das war nicht der Fall, nee ... Aber dem vermeintlich dritten Täter, der da festgenommen wurde, ging's glaub ich auch echt schlecht.
00:17:09: Ja aber man wusste es halt nicht besser und das war unser polizeiliches Vorgehen halt.
00:17:16: Und er hatte glaube ich in der Vergangenheit auch schlimme Erfahrungen gehabt und dann natürlich auf den Boden zu legen, war nicht gut
00:17:25: für ihn.
00:17:25: Der Mann!
00:17:26: Der von der Polizei für einen Täter gehalten wurde ist traumatisiert.
00:17:31: Er gibt im badischen neuesten Nachrichten noch ein Interview kurz nach der Tat, schildert wie er überwältigt wird – aber lange unfähig zu arbeiten.
00:17:40: Doch privat fand er wieder ein wenig Glück.
00:17:43: Er herratet in zweiter Ehe seine langjährige Partnerin und bekam noch ein Kind mit ihr.
00:17:49: Heute fehlt von ihm jede Spur.
00:17:52: Sowohl die Banken als auch deren Angestellte halten sich bedeckt, was Aussagen über jenen schicksalhaften Tag angeht.
00:17:59: Nach den ersten Presse-Statements ist kein Angesteller mehr bereit vor die Presse zu treten – sie wollen ihren Frieden machen.
00:18:07: Hans Peter Pott ist mittlerweile in Pension.
00:18:10: Er hat noch einige Fälle aufgeklärt.
00:18:13: Ihm sind Jene am liebsten, die er selbst aufdecken konnte ohne große Sonderkommissionen und über Ländergrenzen hinweg.
00:18:20: In seinem Ruhestand produziert er seinen eigenen Wein im Baden.
00:18:27: Martin Gerstner hält noch Vorträge vor Polizisten über den beispielhaften Fall.
00:18:32: Aber seine große Leidenschaft gilt unter anderem der Fotografie, er reißt durch die Welt, fotografiert Polarlichter war auch einige Zeit in Japan und hat sich dort mit Kampfsport beschäftigt.
00:18:43: Er wirkt ausgeglichen und lebt ebenfalls mit Frau und Hund noch in Baden.
00:18:51: Rainer Händle ist immer noch stellvertretender Chefredakteur der badischen Neuesten Nachrichten.
00:18:55: Von Karlsruhe aus steuert er die Themen der badischen Neuesten Nachrichten.
00:19:00: Die Geschichte hat nicht nur diese Menschen geprägt, sondern auch eine ganze Stadt und doch gerät vieles in Vergessenheit.
00:19:08: Auch der Platz an dem die Schießerei stattgefunden hat sieht heute anders aus.
00:19:12: In den Räumen der Bank sitzt heute eine Immobilienfirma Doch das Schild der Volksbank hängt noch Die Gentlemen-Räuber – sie waren keine Gentlemen.
00:19:27: Am Ende blieben keine Helden, keine großen Räuberromanzen Nur Menschen, die getroffen verstört verletzt zurückblieben auf beiden Seiten.
00:19:37: Die Tat ist Geschichte.
00:19:38: der Ort verändert den Namen unsichtbar und doch liegt über Karlsruhe ein stiller Schatten, der immer dann spürbar wird wenn jemand den Namen hört.
00:19:51: Noch ein kurzes Update zum Fall Graureiher!
00:19:54: Uns erreichen inzwischen viele Hinweise von euch.
00:19:56: vielen Dank für eure Unterstützung bei den Ermittlungen.
00:19:59: wir haben das Gefühl dass wir langsam näher kommen an die Wahrheit.
00:20:03: Heute hat uns ein weiterer Hinweis erreicht.
00:20:05: Ein Passant will Clara erst gestern in Durlach gesehen haben, wir können das noch nicht zu hundert Prozent bestätigen aber es wäre zumindest ein Lebenszeichen.
00:20:13: vielleicht hilft euch diese Information bei euren weiteren Ermittlungen.
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